- Dreampudel

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Bonni hatte Besuch von ihrer Schwester Emmi


Liebe Tante Gabi,
 
jetzt ist es richtig Winter geworden in Bonn. So eine Kälte habe  ich noch nicht erlebt! Der Wald riecht noch viel besser als sonst und  man steht nicht mehr bis zur Nasenspitze im Matsch. Nur an den  Mauselöchern bricht man sich fast die Krallen ab, was das Unpraktische  am Frost ist. Der Mann und die Frau haben Urlaub und morgens bleiben wir  alle lange liegen. Nur gestern nicht, da haben sie mich ziemlich früh  aus dem kuscheligen Bett geschmissen. Wie immer hatte ich keine Ahnung  warum - aber das sollte sich bald ändern. Ich hatte grade gut  gefrühstückt und beschlossen, mich nochmal gemütlich in meinem Körbchen  zusammen zu rollen, da klingelt es an der Tür. Ich springe auf, belle,  knurre....das übliche Briefträger-Programm eben - hoffentlich kann ich  mich gleich wieder hinlegen und von der Hirschjagd träumen....
Da fiept, quietscht und winselt es in meiner Küche - potz blitz,  das gab´s noch nie!! Als die Tür endlich aufgeht, sehe ich eine schwarze  Fellkugel, die sich mit grosser Geschwindigkeit dreht und dabei merkwuerdige Geräusche von sich gibt. Im ersten Moment denke ich an ein  neues elektronisches Spielzeug, einen Quietschkreisel vielleicht...als  das Fellknäuel kurz einmal anhält erkenne ich meine Schwester Emmi....was will DIE denn hier?? Ein anderer Hund in MEINEM Haus...ich  bin irritiert! Vor allem weil sie so schnell durch alle Räume rennt,  dass ich das Gefühl habe sie ist überall gleichzeitig. Glücklicherweise  bewegt sich der Mann Peter nicht so schnell, so dass der schonmal meine  geringste Sorge ist. Ich habe größte Mühe sie im Auge zu behalten, als  sie auch schon anfängt mein Körbchen nach meiner eisernen Reserve zu  durchsuchen - und diese nach dem Finden auch gleich auffuttert! Vor  lauter Entsetzen sage ich nichts. Auch nicht, als sie in mein Körbchen  krabbelt und noch mehr zum Vorschein bringt. Dann trinkt sie auch noch  aus meinem Wassernapf. Ich schweige. Und weil wir Mädchen sind, gehen  wir erstmal zusammen auf´s Klo.
Weisst Du, Tante Gabi, ich habe ja nicht so viele Freunde - wir treffen  draussen oft andere Hunde, aber die meisten Spielversuche enden mit den  Worten "Sie ist ihm oder ihr zu schnell". Dann gibt es sehr kleine  Hunde, die schnell kaputt gehen wenn man sich auf sie wirft. Und es gibt  auch sehr grosse Hunde die....äh....naja, also denen geht man besser  ganz aus dem Weg. Hundebesuch hatte ich jedenfalls noch nie und ehrlich  gesagt wusste ich auch nicht so recht wie ich das finden sollte.
Die Menschen ziehen sich an, aaaaah....das sieht gut aus, vermutlich  gehen wir in den Wald. Ich freue mich und springe an meinem Frauchen  hoch....da schiesst dieser kleine Quietschekreisel dazwischen und ich  sage ihr einmal.....sie tut es wieder!....zweimal....na die traut sich  was!!.....dreimal.....ich glaub ich spinne!!!..., dass sie das  gefälligst lassen soll.....rrrrums, tut mir leid, ich musste sie grade  mal auf´s Kreuz legen. Sie schuettelt sich und steht wieder auf und  quietscht weiter....ich fass es nicht! Und jetzt kriegt sie von der Frau  auch noch MEIN Kuschelhalstuch angezogen.....

Emmi

Bonni
Draussen staune ich noch mehr...Emmi fährt mit einem grossen gelben  Bus vor und sie hat sogar einen....hm....Schofför heisst das glaube  ich. Ich mutmasse sie ist ein Rockstar und das ist bestimmt ihr Tourbus.  Hinten gibt es sogar eine bequeme Liegefläche und eine Bar mit Essen  und Trinken. Voll krass! Ich habe eine berühmte Schwester! Na mal sehen  ob sie sich nicht zu schade für den Wald ist, denn der gelbe Bus bleibt  dicht hinter uns - ich verstehe, Emmi begehrt Einlass in mein  Königreich.
 
Wie sich herausstellt, war die Idee gar nicht so schlecht. Meine  Rockstar-Schwester macht jeden Quatsch mit! Sie rast mit mir durchs  Unterholz ohne Rücksicht auf ihre Frisur und als wir die großen Wiesen  erreichen geht sie los, die Wilde Jagd! Und das Tollste ist, dass Emmi  einfach mitrennt wenn ich loslege. Sie ist sogar genau so schnell wie  ich. Mal bin ich vorne, mal sie und ich glaube ich hatte NOCH NIE solch  einen Spass. Vor lauter Übermut klaue ich den Handschuh der Frau und  haue damit ab.....juchuuuuuuuuuu....


Ich frage Emmi wie es so ist, ein Rockstar zu sein. Sie erzählt mir, dass sie gerne Germany´s Next Dreampudel werden möchte. Sie meint, zusammen schaffen wir es bestimmt auf das Cover vom Dog´s Magazin! Cool!!! Soweit ich weiss, hat das aus unserer Familie bis jetzt nur Onkel Gorden geschafft! Ich sehe den Titel förmlich vor mir: "Die neuen Pudel" und Emmi und ich in unseren schönsten Posen....irgendwann wird es dann den Menschen zu kalt - mein Herrchen ist eh schon sterbenskrank und hustet-  und auch Emmi zieht ihr Mäntelchen an. Ich sage ihr, dass sie damit immer noch Postbotin werden kann wenn es mit der Karriere irgendwann nicht mehr läuft - den passenden gelben Bus hat sie ja schon....hahahahaaa.....sie kreischt entrüstet und ich muss zugeben, dass sie auch mit Mantel verdammt schnell ist.

Zu Hause gibt es was zu essen. Emmi ist sehr interessiert an meinem Futter und ich inspiziere ihren Napf....iiihhhh....da sind ja Möhren drin. Leider kann ich ihr da nicht helfen, an meine Futtervorräte komme ich selber ja nicht ran. Ich gebe ihr aber den Tip einfach hart zu bleiben. Irgenwann muss man den Menschen mal zeigen, dass sie nicht immer alles bestimmen dürfen. Aber der Peter ist ein harter Knochen, den beeindruckt das gar nicht.
Dann darf ich Emmi noch den großen Fluss zeigen, der ja auch bei Dir zu Hause vorbeifließt, Tante Gabi. In einem Park an der Promenade üben wir schonmal das Posieren für Germany´s Next Dreampudel....da kommt ein ältlicher Herr mit Terrier und Brille den Weg daher. "Was sind das denn für Teile?" ruft er, und meint damit Emmi und mich! Unverschämtheit! Wir sind Dreampudel, das sieht man doch! "Sind die festgefroren?" will er als nächstes wissen.....grrrr.....aber der Mann Peter geht sehr freundlich auf ihn zu und jetzt kommt auch noch sein Hund und riecht an MEINER SCHWESTER....heh da, Pfoten weg!!! Sie ist ein Rockstar!!! Und sie fängt wie eine Wilde an sich zu drehen....hat sie denn gar keinen Stolz?? Sie dreht weiter und der Terrier wirkt leicht verstört. Aha, verstehe....auch eine gute Strategie um den anderen zu verwirren....na dann mache ich halt mit. Wir sind ihm wohl zu viel, denn er zieht bald darauf Leine.
Wieder zu Hause essen die Menschen jetzt noch mehr und Emmi muss weiter hungern, denn ihr Schofför lässt sich nicht erweichen. Ich mische mich da nicht ein - jeder muss sich seine Menschen selbst erziehen. Damit sie nicht so traurig ist, überlasse ich ihr aber netterweise meinen Platz auf der Bank am Tisch und lege mich in mein Körbchen. Ich überlege, dass es mich gar nicht mehr stört, dass Emmi hier in meinem zu Hause ist und dass es toll wäre, wenn wir öfter mal zusammen um die Häuser ziehen würden. Und ENDLICH, endlich darf die Frau für Emmi auch was zu Essen hinstellen.....großzügig überlasse ich ihr die Hälfte von meinem heiligen Büffelfleisch und weil sie so toll ist, darf sie auch noch den Rest aus meinem Napf haben als ich fertig bin.
Auch der schönste Tag geht mal zu Ende, es wird dunkel und Emmi sagt, dass sie sich jetzt nach Hause schoffieren lässt. Wir versprechen uns, uns bald wieder zu besuchen und dass wir irgendwann mal eine Pyjamaparty machen, mit Kekskrümeln im Bett und alles was noch so dazu gehört. Wir wollen auch heimlich simsen, weil unsere Menschen doch immer irgendwo ihr Handy herumliegen lassen. Ich gehe früh ins Bett und träume von der Wilden Jagd über die winterlichen Felder, die viel mehr Spass gemacht als sonst weil ich jetzt eine Schwester habe, die das alles mit mir teilt (nix für Ungut, liebe Menschen!! )
Heute war ich ganz schön müde und weil die Strassen spiegelglatt waren, bin ich nur kurz im Park zum Spielen gewesen. Dort gab es einen kleinen schwarz weissen Rüden, der mit mir fangen spielen wollte. Also gut, probieren wir es. Als ich loslege und er aufgibt, fällt er wieder, der magische Satz: "Sie ist ihm zu schnell"......pfffffffff.......mir doch egal! Hörst Du Emmi?! Wenn das mit Germany's Next Dreampudel nix wird, dann bist Du auf jeden Fall Bonnies First Dreamschwester!

Liebe Tante Gabi, wir kommen Dich auf jeden Fall im Frühling besuchen, bis dahin schicke ich Dir noch ein paar tolle Paparazzi-Fotos von unserem Mädchen-Tag im Siebengebirge.
Liebe Grüße
Bonniemaus


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