Bonnies Blog :-) - Dreampudel

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Oh Du schöner Westerwald!!



Liebe Tante Gabi,
hier bei uns im Western, da gibt es einen grossen, grossen Wald. Das ist der Westerwald. Da pfeift der Wind so kalt, dass man ständig Eukalyptusbonbons lutschen muss. Und es gehen seltsame Dinge vor. Zum Beispiel soll es da eine Frau Salzburger geben, auf deren Kopf glückliche Pudel leben! Verrückt! Die Damen tragen rosa Schlüpfer und wenn man mal zum Tanzen geht, gibt es hinterher oft eine Keilerei. Das finden die Westerwälder scheinbar toll. Woher ich das alles weiss? Ich bin doch selber eine halbe Westerwälderin! Und auch Wölfe will man dort schon gesehen haben. Grund genug für mich misstrauisch zu sein und dieser Gegend lieber fern zu bleiben. Aber dann kam eines Tages folgende SMS:

Emaus: duhuuu schwestaaaaa....??!!!

Wenn man meine Schwesta Emmi länger kennt, dann weiss man, dass sie manchmal komische Ideen hat. Und alle Nachrichten die mit „duhu schwesta“ anfangen, sind mit äusserster Vorsicht zu geniessen:

Bmaus:???
Emaus: isch hap eascht ain gäschwischta widagäfundän...disch...aba da wahn doch noch meha...
Bmaus: ?????
Emaus: hilfsch du mia suchän?
Bmaus: ???????
Emaus: isch mak dehn äddi beschuchän, kommscht du mihiit?
Bmaus: äh....
Emaus: filaisch froit ea sisch ja...fähasch du mit miha hin??? büüüddäää!!!!
Bmaus: soifz...na guht...aba wänn deha nisch liip isch, dann gehn wiha wida wänn du sain köapschän lehagägässän hascht...hihihi
Emaus: jipiiiii pfamiliänträffän...isch bin schon gantsch aufgerekt!!

Und dann sind wir Wochen später tatsächlich im Auto gesessen und Emmi hat wie verrrück: „Oh du schöna Wäschtawalt“ geträllert. Wir sind zu unserem Bruda, Eddie dem Roten gefahren (nicht zu verwechseln mit Eddie dem Black-und-Tannen).

Zuvor hatten wir natürlich alles sorgsam per Textnachricht geplant:

Bmaus: dann kommscht du sischa eascht ma hia foabai unt wia schtailän unsch wail wia mätschän sint...
Emaus: isch hap ankscht...deha isch scho groosch....deha isch bäschtimmt foll wilt
Bmaus: tscha... wah dainä ideh
Emaus: du musch miha hälfän, du bisch mainä groschä schwesta, isch faschtäk misch hinta dia

Ja, so ist das mit meiner Rockstarschwester und ihren Ideen. Ich habe dann überlegt eventuell noch unsere nahkampferfahrene Omi Nyma mitzunehmen - nur für den Erstfall - dann aber beschlossen, dass wir das alleine hinkriegen. Ich bin schnell, ich lenk ihn ab. Soll er mich erst mal fangen. Und wenn unser grosser Bruder nicht nett ist, dann fahren wir zurück nach Bandi auf die Mauswiesen. Zur Not mit dem Taxi. Und der Schofför zahlt, weil der alles organisiert hat. Ein perfekter Plan!

Dann sind wir bei Eddie vorgefahren.  Er wohnt in einem schönen Haus, über dem heute die Sonne scheint, die tief ins Herz hineindringt - und das ist auch gut so, denn auf den kalten Pfeifewind sind wir nicht vorbereitet, wir haben keine Eukalyptusbonbons dabei.
Kaum sind wir ausgestiegen, tönt es durch die geschlossene Haustür:„ Huhuuuuu Määädels“!!!!! Und dann steht Eddie der Rote vor uns, der ganz schön gewachsen ist, seit ich ihn das letzte mal in der Wurfkiste gesehen habe.
In augenscheinlich freudiger Erregung hüpft er auf und ab und ruft: „Klasse, klasse, klasse!!!!“  Emmi versucht ihren üblichen Trick um unbehelligt an ihm vorbei ins Haus zu kommen: „Huhu, Brüdachen, ich unterwerfe mich, siehst du“ sagt sie und will auf dem Bauch an ihm vorbeirobben. Bruda Eddie ist aber viel zu begeistert über den Damenbesuch und so höre ich nur noch ein lautes „Quiiitsch“ und schon hat Emmi seine Nase am Popo. Ich nutze die Gelegenheit und schiebe mich unauffällig an der Wand entlang in den Flur. „Hilfä, Schwesta“ ruft es aus dem Wohnzimmer und ich fühle mich verpflichtet : "He da, Nase weg von meiner Schwesta“ zu sagen. Damit habe nun ich die volle Aufmerksamkeit. „Oh, was für eine Braut“ Kaki, hier ist kein Platz zum Wegrennen....mein schöner Plan funktioniert nicht! „Nimm die Nase aus meinem Hintern, ich hasse das!!“ kreische ich versuchsweise, aber das interessiert niemanden. „Was für ein Temperament“ seufzt Eddie und nimmt Anlauf zum nächsten Versuch. Emmi macht die ganze Zeit nur: „ Ohwai, ohwai, ohwai“ und ist wahrlich keine grosse Hilfe.
Irgendwer hat die gloreiche Idee, die Gartentür zu öffnen und endlich wendet sich das Blatt zu meinen Gunsten. Wozu hat der Mann mir schliesslich Selbstverteidigung für Mädchen beigebracht??  Als sich mein roter Bruda das nächste Mal von hinten an mich heranpirscht knurre ich: „Zum allerletzen Mal, pass auf deine Nase auf.....“ okay, ich habe ihn gewarnt! Mit Emmi ist nicht zu rechnen, die steht nur tatenlos neben ihrem Schofför und schaut nun zu, wie ich dem Eddie die Regeln erkläre: Linker Haken, rechter Haken, Leberhaken, Nierentritt, voll auf die Zwölf....endlich scheint er zu verstehen. „Achso....aha....na klar... aber sicher...nein, nein....natürlich....“
    


Und dann wurde es noch ein richtig schöner Nachmittag. Nach dem Kuchen, von dem wir natürlich wieder nichts abbekommen haben, zeigt uns Eddie sein Königreich. Ich bin hin und weg! Es macht voll Spass mit ihm Fangen zu spielen und ein Hochsprungmeister ist er auch. Ich träume schon von der gemeinsamen Hirschjagd, aber die Spassbremsenleute sind auf der Hut...also springen wir brav die Hügel auf und runter und posieren brav für die Knipsdinger. Sogar Emmi gibt ihre Zurückhaltung auf und dreht ein paar Runden mit uns.
Viel zu schnell ist der Tag vorbei, wir verabschieden uns, winke, winke bis zum nächsten Mal. Emmi ist auf der Rückbank eingenickt und auch ich fliege längst im Traum über die Felder.
Die Nachbereitung unserer Reise in den Westerwald liest sich wie folgt:
Emaus: bonnschorno, schwesta, wi findescht du unscharän bruda? Ain wilda keal aba foll töffte, gell? isch hap gantsch fagässän dehn sain köapschän tsu untasuchän...
Bmaus: bonnschua, schwesta, jaaa deha hat äschte nehmakwalitätänl. Nehm wia dehn jetsch auf in unschare mätschän gäng?
Emaus: ...filaischt makscht du dehn äddi ja liba alts misch, wail du mit dehm bessa jagän kannscht...
Bmaus: kwatsch.....wia sint mätschän und auschadehm schwestan.....jungs könnän nimalsch ain easatsch füa disch sain...
Emaus: oh....dann isch ja guut....
Die schönsten Fotos fürs Familienalbum hast Du ja schon auf die Homepage gestellt, liebe Tante Gabi,  ich schicke Dir noch meine persönlichen Favoriten...hihihi
Gruss und Kuss
Bonniemaus
 




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BONNIE : Ein Leben für die Kunscht

Liebe Tante Gabi,
als ich Emmi gestern getextet habe, dass ich grade für meinen Block schreibe, ging das so:

Bmaus: huhu schwesta, isch schraip grat füa main block!
Emaus: isch bin geschpannt wasch du noch allesch in ainnarunk hascht….dain lepen is foll apwexlunkschraisch…..

Da hat sie natürlich recht. Es ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun hätte….ich muss auf Mauspatrouille gehen, aufpassen, dass niemand unbefugt das Haus betritt, meine Leute bespaßen (sie sind sehr zeitaufwändig), mit Emmi per SMS über den Lauf der Welt diskutieren, süß sein und so weiter. Du siehst also, meine Tage sind mehr als ausgefüllt. Außerdem gehe ich entweder mit dem Mann oder mit der Frau arbeiten, die mich – und das ist wirklich ärgerlich - bei diesen Gelegenheiten gerne als ihre „kleine Assistentin“ bezeichnen. Eigentlich könnte man drüber lachen, Tante Gabi, denn Du und ich wissen: ohne mich hätten sie nicht mal einen geregelten Tagesablauf und würden ihr Hemd mit dem Schildchen nach außen tragen!


2017 war dennoch das Jahr, in dem ich mehr wollte vom Leben! Schon drei Jahre alt und immer noch keinen Plan. Ich wollte endlich eine eigene Karriere, so wie meine Schwesta Emmi – die als Rockstar ihrem Schofför einen Dienstplan schreibt und in ihrem gelben Tourbus durch die Lande braust um die Massen zu begeistern.
Ich habe angeregt (mehrfach), dass ich allmählich mal eine Familie gründen könnte. Aber das mit den Rüden kann ich mir bis auf weiteres abschminken, haben sie gesagt. Mit denen darf ich mich erst treffen wenn ich 18 bin (und dann steht der Mann wahrscheinlich immer noch mit der Schrotflinte hinter der Tür). Mir droht das Los der alten Jungfer, da mache ich mir keine Illusionen. Es wird dringend Zeit zu handeln, bevor ich wunderlich werde!
In Ermangelung sinnhafterer Lebensinhalte also, habe ich beschlossen Kunstkritikerin zu werden - weil ich einfach mehr draufhabe als süß gucken und Pfötchen geben, wenn mal wieder einer in Tränen ausbricht.
    
Kritisieren kann ich – dafür lebe ich seit 3 Jahren mit dem Meister unter einem Dach und von der Maus zur Muse habe ich es immerhin schon geschafft, wie Du weisst. Der Mann ist immer und überall unterwegs um den Menschen das Malen beizubringen – oft auch (wie mir scheint) um einfach nur das Schlimmste zu verhindern. Meine Wenigkeit muss dann meistens zum Süßgucken mit. Also habe ich mir eine ausgefeilte Strategie zurechtgelegt um diese Gelegenheiten für mein eigenes Fortkommen zu nutzen!
Zuerst habe ich mir das Buch „Hunde und ihre Maler“ gekauft und es gründlich studiert. Emmi hat dann noch den Wälzer „Hunde in der Kunst“ angeschleppt und gemeint, dass die Rosina-Wachtmeister-Kätzchen ihrer Meinung nach seit Jahren völlig überbewertet werden. Da kam mir nebenbei die Idee, dass Emmi vielleicht gar keine so schlechte Co-Kritikerin abgeben würde, immerhin kennt sie sich auf internationalen Rasenflächen aus. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man nämlich, dass es mit ihrer Karriere grade nicht so richtig läuft. Ich finde das gemein, der Schofför hatte doch Flöhe und ihr Tourbus war auch wochenlang kaputt. Deshalb wollte ich zusätzlich   versuchen, ihr ein bisschen unter die Arme zu greifen.
    

Die Kunstszene ist eine Welt für sich. Was da so alles abgeht, Tante Gabi, das glaubst Du nicht. Alle denken ich krieg das nicht mit, weil ich nie was sage und immer nur süß gucke. Aber das ist nur Fassade. In Wirklichkeit habe ich alles genau beobachtet und weiß, worauf es ankommt. Darum habe ich Emmi auch gesagt, dass wir neue Klamotten brauchen und dass ihr Postbotenmäntelchen leider durchgefallen ist. Das wichtigste Accessoire ist nämlich ein cooler Schal. Alle, die im Kunstuniversum was zu sagen haben (oder das zumindest glauben), tragen so einen Schal, meist noch mit einer seltsamen Mütze zum bedeutungsvollen Gesichtsausdruck. Wenn Du den richtigen Schal und eine komische Mütze hast, dann stehst Du gleich ganz anders da. Glücklicherweise verfüge ich – im Gegensatz zu meiner Schwesta – über eine persönliche Stylistin. Die hat uns dann auch gleich den richtigen Look verpasst.


Dann braucht man noch einen klangvollen Namen, Bonniemaus ist einfach zu altbacken, das lockt keinen Golden Doodle hinterm Ofen hervor – ich schwanke noch zwischen Bonninski und Bonnikova. Ich muss noch ausprobieren, welche Version in den Schlagzeilen der Fachpresse besser aussieht.
Außerdem haben wir jetzt auch so ein wichtiges Eierfon und weil unsere Leute das immer rumliegen lassen, ist es überhaupt kein Problem sich heimlich zu verabreden und Gedanken auszutauschen. Und das geht so:
Bmaus: Huhu Schwesta, wia sint untaweks!
Emaus: SCHWESCHTAA!!! Schraip mia wi oia hotel haischt! Dea Schofföa schteht berait!!!
Bmaus: Wia treffen unts im faanschtaltunkschraum, isch schick dia di adresche!!!

Für den Anfang haben wir uns im Frühjahr eine kleinere Veranstaltung im Odenwald ausgesucht – wir mussten ja erst ein bisschen üben. Da haben wir erst süß geguckt (um alle in Sicherheit zu wiegen) und dann kräftig kritisiert – also natürlich hintenrum per SMS:

Emaus: di frau malt foll tolle bilda
Bmaus: ja, di hat ja auch ain motiif
Emaus: alscho wennisch ain hiaschkräcka kriek gefällt mia jede kunscht…..
Weil Emmi und ich im Doppelpack auch doppelt süß sind, war der Überraschungsmoment auf unserer Seite und keiner hat gemerkt, dass wir die Werke eigentlich alle total verrissen haben.
Mit der Zeit hatten wir dann auch immer mehr Routine. Deshalb haben wir uns im Frühsommer auch nach Bad Reichenhall an die Akademie getraut.
Emaus: Schweschta, bisch Du schon am kritischian?
Bmaus: Nee, isch bin hoite noch fohasischtik, damit di loite sisch aingewönen könn
Emaus: Isch komm am samschtak, isch bin schon gantsch aufgerekt!!
Emmi hat mir gezeigt, wie man richtig für Pressefotos posiert und ich habe mir ein professionelles Tirolerhütchen gekauft, um mich den regionalen Gepflogenheiten anzunähern.
Die Krönung war aber unsere Exkursion nach Italien an den Lago Maggiore im September, mein Karriere-Highlight bisher! Emmi als Kosmopolitin flaniert da ja öfter, für mich war es das erste Mal. Wir sind sogar Boot gefahren und mir war total schlecht. Aber ich fand, dass meine Karriere schon supergut anläuft – immerhin habe ich mich innerhalb kürzester Zeit vom Rheinufer an die oberitalienische Riviera vorgearbeitet!
Dann waren da noch ein paar Ausstellungen Ende des Jahres. Unser immer kritischer Blick versuchte auch hier, verbrauchte Plattitüden von unverbrauchtem Nochniedagewesenen zu unterscheiden.
Emaus: isch dasch kunscht oda kann dasch wek??
Bmaus: manschma binnisch mia da nisch so sischa!
Emaus: kunscht musch offen sain füa den betrachta, main letschtesch kaki waa auch kunscht!

Alles in allem haben wir viel gelernt und verstanden. Wir haben uns nicht nur die entsprechende Terminologie angeeignet, sondern auch unsere Kommunikationsfähigkeiten verbessert.
Bmaus: hahahaha, jetsch eakleat dea künschtla dasch bilt so ain paa loiten….
Emaus: da wäa isch ja gean dabai
Bmaus: dea eatsält ain zoich….
Emaus: eakläa dehn dasch jetsch ma rischtisch
Bmaus: machisch!!
    
Tja, Tante Gabi, im Zweifel war dieses Jahr für die Kunscht, wie Emmi in ihrem breiten badischen Dialekt sagen würde. Wir haben wirklich viel erlebt und das Tolle ist, dass alle immer noch denken, wir sind völlig harmlos! Das eröffnet noch viele weitere Möglichkeiten…..
Ich freue mich auf das neue Jahr und neue Abenteuer und wünsche allen Traum- und Glückspudeln jede Menge Spaß!!
Bonnikova Mausinski (auch gut!)



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