Bonnies Blog :-) - Dreampudel

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Bonnies Blog :-)

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Liebe Tante Gabi,
 
 
Alaaf und Helau aus dem Rheinland!!
 
Woran erkennt man, dass Karneval ist? Daran, dass die Frau mit  irrem Blick durch die Kostümabteilung huscht und dass ich dann einen  komischen Hut aufsetzen muss!! So endet es immer, schon mein ganzes  Leben.
Diesmal war aber nicht nur ich das Opfer, ich durfte Schwesta Emmi  einladen um es mit ihr an Weiberdonnerstag (Achtung:) "mal richtig  krachen zu lassen"! Also Krach hatten wir keinen, obwohl Emmi dann auch  so einen komischen Hut aufsetzen musste und mir hinterher noch mein  Krönchen klauen wollte - die Leute und der Schofför haben sich mächtig  amüsiert, wir nur so semi.
    
 
 
Damit wir uns richtig verstehen, Tante Gabi: keine Bonbons, kein  Popcorn, kein Berliner und keine Sause, alles nur Schmu für ein paar  peinliche Bilder - so siehts aus, das ist die Realität!
         
 
 
Aber morgen ist ja gottseidank Aschermittwoch und schon wieder alles vorbei.....bis Halloween oder so....seufz....
 
 
Deine Bmaus
Hier mal meine Emmi :-)

   



Malerfürstentum Karlsruhe


Liebe Tante Gabi,

Das  meine kleine Schwesta Emmi oft seltsame Ideen hat, habe ich dir ja  schon beim letzten Mal geschrieben. Aber diesmal hat sie wirklich den  Pudel abgeschossen.... beziehungsweise den Schofför!

Du  weißt ja, dass ich eine Weltreisende bin. Seit Du mich vor fast vier  Jahren den Rhein rauf in die Provinz nach Bonn geschickt hast, fahren  sie mit mir durch die Gegend - ob ich will oder nicht. Das liegt auch  daran, dass der Mann ein Künschtler ist und ich ihn immer dahin  begleite, wo er Leuten das Malen beibringt - oder auch mal das  Schlimmste verhindert, je nach dem.

Ich  hatte so viele geniale Berufswünsche, wollte mein vielfältiges  Potential entfalten und ausleben. Als Grillmeisterin bei Maredo zum  Beispiel. Oder als Whistleblowerin von hinterm Regenbogen. Ich wollte  Meutehund werden und eine Fuchsjagd anführen oder Wildhüterin in meinem  Königreich in der Voreifel. Stattdessen friste ich mein Dasein nun als  Kunschtkritikerin und Reiseschriftstellerin. Seit Emmi mir dabei gelegentlich Gesellschaft leistet, ist es wenigstens ganz lustig.


Einmal  im Jahr fahren wir nach Bad Reichenhall, wo wir an der Akademie in der  Alten Saline das Schlimmste verhindern...das heißt, wir machen dort ein  Seminar. Und neulich war es wieder soweit. Sie haben mich um vier Uhr  morgens aus dem Bett gezerrt und mich mitsamt Gepäck für mindestens eine  Alpenüberquerung ins Auto gestopft. Bevor ich überhaupt wusste wie mir  geschieht, sind wir auch schon auf der großen Straße nach Süden  gebraust. Unterwegs haben sie sich darüber unterhalten, dass sich doch  noch ganz schön viele Leute kurzfristig angemeldet haben. Da ahnte ich  noch nichts Böses und versuchte das Beste aus der Situation zu machen -  ich träumte von der Jagd auf Gemsen und Steinböcke...Naturschutz, na  gut, dann eben wenigstens Alpenmäuse.

Montagmorgen  fuhren wir pünktlich bei der Alten Saline vor. Ich wollte grade aus  meinem Reisebettchen hüpfen, da kam ein gelbes Geschoss auf den  Parkplatz gebrettert, so dass die Kieselsteinchen nur so flogen....  „Huuuhuuu Schwestaaaaaa......“ höre ich es quietschen, als ein mir nur  allzu bekannter Tourbus mit angezogener Handbremse um den Brunnen  schlingert und dann mit einer Vollbremsung direkt vor dem Haupteingang  zum Stehen kommt. Aus dem Beifahrerfester hängt wild gestikulierend  meine Schwesta Emmi. Hinterm Steuer - na wer wohl? Ihr Schofför. Uns  allen dreien fällt die Kinnlade runter, erst dem Mann, dann der Frau,  dann mir: Was hat sie denn nun schon wieder ausgeheckt??
 
Grade  frage ich mich, warum der Tourbus irgendwie Schlagseite hat, da geht  auch schon die Schiebetür auf und Emmi springt mir freudestrahlend  entgegen. Und da sehe ich es: Der Tourbus ist bis unters Dach mit  Leinwänden, Farben und Pinseln vollgestopft!
 
 
Ohwei, ohwei, ohwei!

 
 
Du  darfst es nicht weitersagen, Tante Gabi, aber der Schofför ist eine  multiple Persönlichkeit. So wie Doktor Jekyll und Mister Hyde. Nur dass  in ihm noch sehr viel mehr steckt: Schofför, Frisör, Inschenör, Gärtna  und Hundeträna. So kommt Emmi auf einen ganzen Stab an Personal, während  ich mich hier mit meinen zwei mickrigen Handlangern begnügen muss. Aber  sie ist halt auch ein Rockstar, da gelten andere Dimensionen.  Allerdings läuft es mit ihrer Karriere auch nicht mehr so, sie tingelt  ein bisschen durch die Fußgängerzonen und Einkaufszentren - wenn du  weißt was ich meine.
 
 
Aus  diesem Grund hat sie sich nun in den Kopf gesetzt, dass der Schofför  auch endlich mal Geld verdienen soll. Sie glaubt, dass in ihm ein  Päintör, also ein Maler stecken könnte und den soll MEIN Künschtla jetzt  für sie wecken. Deshalb hat sie den Schofför kurzerhand und vor allen  Dingen heimlich zum Seminar angemeldet. Ein Malerfürst soll er werden  und sie will seine Muse sein.
 
 

Ohwei, ohwei, ohwei!!!
 
 
Der  arme Schofför, denke ich so bei mir, als er voll motiviert sein  Material die Treppe rauf schleppt und meine Schwesta mich in ihre  hochfliegenden Pläne einweiht. So möcht ich meine Leute auch mal im  Griff haben.... Aber auch ich kriege Verhaltensregeln: ich darf den  Schofför nicht kritisieren, sagt Emmi, weil der zart besaitet und  empfindlich ist. Positive Verstärkung soll den Paintör zum Vorschein  bringen - so lautet ihre ausgefeilte Strategie. Also muss ich mich mit  meiner Kunschtkritik zurückhalten. Außerdem soll ich so nebenbei die ein  oder andere Bemerkung zur Karlsruher Kunstszene in meinen Block mit  einfließen lassen und dabei helfen, den Schofför ganz groß  rauszubringen.
 
 
Ich  frage mich wieviel davon der hoffnungsvolle Kunschtstudent eigentlich  weiß. Jedenfalls scheint er immer noch zu glauben, dass er nur für sich  und auch nur zum Spaß den Pinsel schwingt. Der Ahnungslose.

 
 
Das  Verhängnis nimmt seinen Lauf und schon die Motivauswahl gestaltet sich  schwierig. Schwesta Emmi ist nämlich ziemlich eitel. Der Hintern darf  nicht zu dick aussehen, die Nase nicht zu groß und das Kreuz nicht zu  breit. Lieber noch ein bisschen mehr im Profil und so, dass es ihrer  Linie schmeichelt. Du lieber Himmel! Irgendwann wird es dem Künschler zu  bunt (ha, ha, kleiner Sprachwitz!). Er drückt dem Schofför ein Foto von  Emmi im Wald in die Hand und sagt ihm, er soll die Leinwand jetzt mal  richtig attackieren. Emmi legt sich gleich hinter ihn auf den Boden,  erstens um genau auf ihre Proportionen aufzupassen und zweitens, damit  er nicht abhauen kann. Ich lege mich daneben und schließe die Augen,  weil ich plötzlich große Angst habe.
    
 
 
Als  ich sie nach einer ganzen Weile vorsichtig wieder öffne lege ich die  Ohren an: der Schofför attackiert munter die Leinwand, wie es ihm der  Künschtler gesagt hat. Und er macht das richtig gut! Also kein Witz  jetzt, Tante Gabi, ganz großes Kino!
 
 
Als  professionelle Kunschtkritikerin habe ich natürlich mein eigenes  Bewertungsschema: es gibt Bilder die sind Kaki, es gibt Bilder die sind  voll Kaki und es gibt welche die sind einfach unglaublich Kaki. Und dann  gibt es solche die sind toll, andere sind voll toll und nur sehr wenige  sind erste Sahne.
    
 
 
Und  jetzt kommts: ich bin mir ziemlich sicher, dass es uns gelungen ist  tatsächlich den Paintör im Schofför zu wecken! Das erste Bild ist  wirklich toll. Das zweite ist voll toll, das muss selbst ich zugeben.  Das dritte aber ist erste Sahne....allein die Linienführung und der  expressionistische Stilbruch....also die Sache läuft!

          

Ich  bring den Schofför alias Paintör ganz groß raus: wir rufen Karlsruhe  zum Malerfürstentum aus - als neuen Hotspot der zeitgenössischen  Pudelmalerei!
 

 
Emmi  ist voll im Glück! Zur Feier des Tages spendiere ich ihr ein fesches  bayerisches Halstuch – als Muse kann sie jetzt nicht mehr alle Tage mit  ihrem verwaschenen Fünf-Euro-Chihuahua-Halsband rumlaufen. Auf den  Pressefotos posieren wir im Partnerlook und gucken süß, weil süßguckende  Hunde super für die Verkaufszahlen sind. Und weil wir das am besten  können. Und die schicke ich Dir jetzt, Tante Gabi, damit Du siehst, dass  doch noch was ganz Anständiges aus uns geworden ist! Und ich bin  sicher, dass es nicht die letzten sind…..

 
 
Grüße und Küsse den Rhein hinunter!
 
 
Deine Bmaus


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