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BONNIE : Ein Leben für die Kunscht

Liebe Tante Gabi,
als ich Emmi gestern getextet habe, dass ich grade für meinen Block schreibe, ging das so:

Bmaus: huhu schwesta, isch schraip grat füa main block!
Emaus: isch bin geschpannt wasch du noch allesch in ainnarunk hascht….dain lepen is foll apwexlunkschraisch…..

Da hat sie natürlich recht. Es ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun hätte….ich muss auf Mauspatrouille gehen, aufpassen, dass niemand unbefugt das Haus betritt, meine Leute bespaßen (sie sind sehr zeitaufwändig), mit Emmi per SMS über den Lauf der Welt diskutieren, süß sein und so weiter. Du siehst also, meine Tage sind mehr als ausgefüllt. Außerdem gehe ich entweder mit dem Mann oder mit der Frau arbeiten, die mich – und das ist wirklich ärgerlich - bei diesen Gelegenheiten gerne als ihre „kleine Assistentin“ bezeichnen. Eigentlich könnte man drüber lachen, Tante Gabi, denn Du und ich wissen: ohne mich hätten sie nicht mal einen geregelten Tagesablauf und würden ihr Hemd mit dem Schildchen nach außen tragen!


2017 war dennoch das Jahr, in dem ich mehr wollte vom Leben! Schon drei Jahre alt und immer noch keinen Plan. Ich wollte endlich eine eigene Karriere, so wie meine Schwesta Emmi – die als Rockstar ihrem Schofför einen Dienstplan schreibt und in ihrem gelben Tourbus durch die Lande braust um die Massen zu begeistern.
Ich habe angeregt (mehrfach), dass ich allmählich mal eine Familie gründen könnte. Aber das mit den Rüden kann ich mir bis auf weiteres abschminken, haben sie gesagt. Mit denen darf ich mich erst treffen wenn ich 18 bin (und dann steht der Mann wahrscheinlich immer noch mit der Schrotflinte hinter der Tür). Mir droht das Los der alten Jungfer, da mache ich mir keine Illusionen. Es wird dringend Zeit zu handeln, bevor ich wunderlich werde!
In Ermangelung sinnhafterer Lebensinhalte also, habe ich beschlossen Kunstkritikerin zu werden - weil ich einfach mehr draufhabe als süß gucken und Pfötchen geben, wenn mal wieder einer in Tränen ausbricht.
    
Kritisieren kann ich – dafür lebe ich seit 3 Jahren mit dem Meister unter einem Dach und von der Maus zur Muse habe ich es immerhin schon geschafft, wie Du weisst. Der Mann ist immer und überall unterwegs um den Menschen das Malen beizubringen – oft auch (wie mir scheint) um einfach nur das Schlimmste zu verhindern. Meine Wenigkeit muss dann meistens zum Süßgucken mit. Also habe ich mir eine ausgefeilte Strategie zurechtgelegt um diese Gelegenheiten für mein eigenes Fortkommen zu nutzen!
Zuerst habe ich mir das Buch „Hunde und ihre Maler“ gekauft und es gründlich studiert. Emmi hat dann noch den Wälzer „Hunde in der Kunst“ angeschleppt und gemeint, dass die Rosina-Wachtmeister-Kätzchen ihrer Meinung nach seit Jahren völlig überbewertet werden. Da kam mir nebenbei die Idee, dass Emmi vielleicht gar keine so schlechte Co-Kritikerin abgeben würde, immerhin kennt sie sich auf internationalen Rasenflächen aus. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man nämlich, dass es mit ihrer Karriere grade nicht so richtig läuft. Ich finde das gemein, der Schofför hatte doch Flöhe und ihr Tourbus war auch wochenlang kaputt. Deshalb wollte ich zusätzlich   versuchen, ihr ein bisschen unter die Arme zu greifen.
    

Die Kunstszene ist eine Welt für sich. Was da so alles abgeht, Tante Gabi, das glaubst Du nicht. Alle denken ich krieg das nicht mit, weil ich nie was sage und immer nur süß gucke. Aber das ist nur Fassade. In Wirklichkeit habe ich alles genau beobachtet und weiß, worauf es ankommt. Darum habe ich Emmi auch gesagt, dass wir neue Klamotten brauchen und dass ihr Postbotenmäntelchen leider durchgefallen ist. Das wichtigste Accessoire ist nämlich ein cooler Schal. Alle, die im Kunstuniversum was zu sagen haben (oder das zumindest glauben), tragen so einen Schal, meist noch mit einer seltsamen Mütze zum bedeutungsvollen Gesichtsausdruck. Wenn Du den richtigen Schal und eine komische Mütze hast, dann stehst Du gleich ganz anders da. Glücklicherweise verfüge ich – im Gegensatz zu meiner Schwesta – über eine persönliche Stylistin. Die hat uns dann auch gleich den richtigen Look verpasst.


Dann braucht man noch einen klangvollen Namen, Bonniemaus ist einfach zu altbacken, das lockt keinen Golden Doodle hinterm Ofen hervor – ich schwanke noch zwischen Bonninski und Bonnikova. Ich muss noch ausprobieren, welche Version in den Schlagzeilen der Fachpresse besser aussieht.
Außerdem haben wir jetzt auch so ein wichtiges Eierfon und weil unsere Leute das immer rumliegen lassen, ist es überhaupt kein Problem sich heimlich zu verabreden und Gedanken auszutauschen. Und das geht so:
Bmaus: Huhu Schwesta, wia sint untaweks!
Emaus: SCHWESCHTAA!!! Schraip mia wi oia hotel haischt! Dea Schofföa schteht berait!!!
Bmaus: Wia treffen unts im faanschtaltunkschraum, isch schick dia di adresche!!!

Für den Anfang haben wir uns im Frühjahr eine kleinere Veranstaltung im Odenwald ausgesucht – wir mussten ja erst ein bisschen üben. Da haben wir erst süß geguckt (um alle in Sicherheit zu wiegen) und dann kräftig kritisiert – also natürlich hintenrum per SMS:

Emaus: di frau malt foll tolle bilda
Bmaus: ja, di hat ja auch ain motiif
Emaus: alscho wennisch ain hiaschkräcka kriek gefällt mia jede kunscht…..
Weil Emmi und ich im Doppelpack auch doppelt süß sind, war der Überraschungsmoment auf unserer Seite und keiner hat gemerkt, dass wir die Werke eigentlich alle total verrissen haben.
Mit der Zeit hatten wir dann auch immer mehr Routine. Deshalb haben wir uns im Frühsommer auch nach Bad Reichenhall an die Akademie getraut.
Emaus: Schweschta, bisch Du schon am kritischian?
Bmaus: Nee, isch bin hoite noch fohasischtik, damit di loite sisch aingewönen könn
Emaus: Isch komm am samschtak, isch bin schon gantsch aufgerekt!!
Emmi hat mir gezeigt, wie man richtig für Pressefotos posiert und ich habe mir ein professionelles Tirolerhütchen gekauft, um mich den regionalen Gepflogenheiten anzunähern.
Die Krönung war aber unsere Exkursion nach Italien an den Lago Maggiore im September, mein Karriere-Highlight bisher! Emmi als Kosmopolitin flaniert da ja öfter, für mich war es das erste Mal. Wir sind sogar Boot gefahren und mir war total schlecht. Aber ich fand, dass meine Karriere schon supergut anläuft – immerhin habe ich mich innerhalb kürzester Zeit vom Rheinufer an die oberitalienische Riviera vorgearbeitet!
Dann waren da noch ein paar Ausstellungen Ende des Jahres. Unser immer kritischer Blick versuchte auch hier, verbrauchte Plattitüden von unverbrauchtem Nochniedagewesenen zu unterscheiden.
Emaus: isch dasch kunscht oda kann dasch wek??
Bmaus: manschma binnisch mia da nisch so sischa!
Emaus: kunscht musch offen sain füa den betrachta, main letschtesch kaki waa auch kunscht!

Alles in allem haben wir viel gelernt und verstanden. Wir haben uns nicht nur die entsprechende Terminologie angeeignet, sondern auch unsere Kommunikationsfähigkeiten verbessert.
Bmaus: hahahaha, jetsch eakleat dea künschtla dasch bilt so ain paa loiten….
Emaus: da wäa isch ja gean dabai
Bmaus: dea eatsält ain zoich….
Emaus: eakläa dehn dasch jetsch ma rischtisch
Bmaus: machisch!!
    
Tja, Tante Gabi, im Zweifel war dieses Jahr für die Kunscht, wie Emmi in ihrem breiten badischen Dialekt sagen würde. Wir haben wirklich viel erlebt und das Tolle ist, dass alle immer noch denken, wir sind völlig harmlos! Das eröffnet noch viele weitere Möglichkeiten…..
Ich freue mich auf das neue Jahr und neue Abenteuer und wünsche allen Traum- und Glückspudeln jede Menge Spaß!!
Bonnikova Mausinski (auch gut!)



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Bonnie und das harte Los mit der " liebe Familie"
Liebe Tante Gabi,
 
es tut mir leid, dass ich mich so lange  nicht gemeldet habe, aber mich hat´s mal wieder erwischt….das volle  Programm….ich mach´s kurz: läufig gewesen, Giardien gehabt, Antibiotikum  gekriegt, geimpft worden, Impfung überhaupt nicht vertragen, ganzer  Bauch entzündet gewesen, nix mehr essen gekonnt (kennst Du schon die  Känguru-Diät? Da gibt’s sogar Knochen und so Kräcker) wochenlang halbtot  auf der Nase gelegen…..jetzt geht es mir wieder gut. Das ist doch Kaki,  Tante Gabi, warum immer ich???

 
Aber jetzt kommt hier mein Pfingst-Bericht:
 
Als die Frau mir gesagt hat, dass wir Dich  ENDLICH besuchen fahren, habe ich mich der Tagträumerei hingegeben: ich  sitze bei Dir auf dem Sofa und Du fütterst mich mit Sachen, die ich  sonst nie bekomme. Alle finden mich süß und ich werde von vielen Händen  getätschelt. Sie scharen sich um die lang vermisste und nun heimgekehrte  Bmaus und hören von ihren Abenteuern…….hm ja… und dann habe ich als  nächstes erfahren, dass meine Schwesta Emmi auch mit kommt und dass  überhaupt ihr Schofför die ganze Sache erst eingefädelt hat. Gut, also  dann muss ich besonders auf die Leckereien aufpassen, denn die sind in  Gefahr sobald Emmi in der Nähe ist!
 
Dann mussten wir natürlich auch noch  Geschenke besorgen. Mein Vorschlag war ein Moderstöckchen, welches ich  frisch für Dich aus dem Matsch ausgegraben hatte. Ich habe es hier und  da benagt und eine Skulptur daraus gemacht, sie sollte „die Heimkehr des  Pudels“ heißen…..aber dann hat der Mann sie mir weggenommen, weil er  extra das Auto saubergemacht hatte. Nie darf ich auch mal was bestimmen,  Tante Gabi, wirklich nie!
Sie haben langweilige Blumen für Dich gekauft  und meine heißgeliebten Mini-Salamis eingepackt…gleich zwei Pakete. Als  ich wissen wollte, ob Du die wohl alle alleine essen wirst, haben sie  geruht mir mitzuteilen, dass wir ja schließlich auch meine Oma und meine  Mama besuchen werden. Kreisch!!!! Ich kann mich nicht erinnern wer das  sein soll…sonst haben sie mir doch immer erzählt, mich hätte der Storch  gebracht (wegen meiner langen Stelzen) Jedenfalls war das der Moment in  dem mir klar wurde: die Realität würde nichts mit meinen Tagträumen zu  tun haben!!

Dann sind wir bei Dir vorgefahren. Guck mal, haben sie gesagt, in diesem  Haus wurdest Du geboren....ich ahnte, das muss was ganz besonderes sein  - und dann ging die Tür auf. Also wenn Emmi quietschsüss ist und ich  grummelsüss bin, dann ist diese Pudeldame hier mördersüss. Und sie hat  definitiv einen besseren Frisör als wir. Und sie hatte an dem Tag sehr,  sehr viel zu sagen....und ich dachte: okeee, ich steig‘ mal lieber  wieder ein.....aber der Mann, dieser Verräter, hat einfach den  Kofferraum zugemacht und nun stand ich da und sah halb fasziniert und  halb entsetzt zu, was Schwesta Emmi da wieder trieb.... die  interessierte das Gezeter nämlich NULL.....und dann sagt sie einfach "He  Omi, guckst Du hier, ich unterwerfe mich, schau mal...." und die Omi  sagt "Hm...aha...achso...naja" und schon ist Emmi durch die Tür  geflutscht! Ich fass es nicht!
    
Die Frau hat mir erklärt, dass diese Dame Lady Nyma ist - die Herrin des  Hauses - und darüber hinaus auch unsere Großmutter. Ich staune.  Großmütter habe ich mir irgendwie sanftmütiger aber auch klappriger  vorgestellt. Aber wie sich noch herausstellen sollte, ist Großmutter  Nyma nicht nur eine gestrenge Lady, die sorgsam auf die Etikette in  ihrem Königreich achtet - sie hat auch eine Nahkampfausbildung und einen  seltsamen Sinn für Humor.
Aber weil wir alle Mädchen sind und weil  es immer gut ist die Gemeinsamkeiten zu pflegen, sind wir erstmal alle  in den Wald gegangen und haben zusammen Pipi gemacht.
 
Nach dem Pipi gab es Kuchen. Natürlich  wieder mal nicht für uns. Stattdessen musste ich hilflos zusehen, wie  meine kostbaren Salamis in Lady Nyma und Schwesta Emmi  verschwanden....na gut, zwei oder drei habe ich auch abgekriegt. Die  Frau hat gesagt, dass unsere Omi sehr traurig ist weil doch Onkel Gorden  jetzt hinter dem Regenbogen wohnt. Deshalb hat sie nicht viel Hunger  und darum soll sie ruhig viele Würstchen kriegen. Grummel, grummel, na  schön, das ist ja ein K.O.-Argument. Oben am Tisch schaufeln die Leute  den Kuchen in sich hinein. Unter dem Tisch gibt es familiäres Geplänkel.  Und das geht so: „grrrrrr, grrrrrr“ (He Du, weg da von der Frau mit den  Würstchen) und „grrrrr, grrrrrrr“ (die Würstchen kannst Du haben, aber  die Frau gehört MIR!) sowie „quietsch, quietsch“ (Hallo Leute, ich liebe  Euch alle! Gibt‘s Wurst?).
Der gesellige Teil findet dann wieder auf dem Rasen statt. Zuerst  schlendern wir alle herum und besuchen Onkel Gorden und seine Hortensie.  Grade will ich prüfen, ob sich das Grün auch für einen kleinen Sprint  eignet, da werde ich von Lady Nyma höflich darauf hingewiesen, dass in  ihrem Garten auf keinen Fall gerannt wird (meine Leute haben mich  gezwungen das so zu schreiben - in meiner Version stand, sie war voll  gemein zu mir!!!). Während ich noch dumm herumstehe und nicht so recht  weiß, was ich jetzt mit dem angebrochenen Nachmittag anfangen soll,  erhalte ich eine Vorstellung davon, was unsere Großmutter unter Spaß  versteht: sie wischt mit Schwesta Emmi den Boden auf!
Ich bin entsetzt!  Das ist brutal und unzivilisiert! Sicher würde es jetzt keiner merken,  wenn ich klammheimlich durch das Gartentor entschwinde....weil ich aber  Emmi nicht im Stich lassen will, halte ich ihr aus sicherer Entfernung  den Rücken frei.
Irgendwann hat Oma Nyma genug von uns und sie schreitet würdevoll von  dannen. Ich überlege ob dann vielleicht doch noch so ein klitzekleiner  Sprint drin wäre, da öffnet sich das Gartentor wieder und herein  kommt........äh.......?????......ein Yak??? Aber bevor ich noch  irgendwas Peinliches sagen kann, zischt mir Emmi zu, dass das unsere  Mama Julie ist. Ups!  Ach so! Unsere Mutter ist ein Hippie!!! Sie hat  sehr lange Haare und davon ganz schön viele. Das erklärt auch die vielen  Kinder....Summer of Love und freie Liebe und so....nur nach den Blumen  im Haar suche ich vergebens. Mama Julie ist jedenfalls total gut gelaunt  und viel vorsichtiger als Oma Nyma, als sie mit Emmi den Boden  aufwischt. Leute, das tut doch weh! Und weil ich so zart besaitet bin,  hält der Mann mir lieber die Augen zu. Ich seufze....heute wird wohl  niemand mehr mit mir rennen.
Irgendwann hat Oma Nyma genug von uns und sie schreitet würdevoll von  dannen. Ich überlege ob dann vielleicht doch noch so ein klitzekleiner  Sprint drin wäre, da öffnet sich das Gartentor wieder und herein  kommt........äh.......?????......ein Yak??? Aber bevor ich noch  irgendwas Peinliches sagen kann, zischt mir Emmi zu, dass das unsere  Mama Julie ist. Ups!  Ach so!
Unsere Mutter ist ein Hippie!!! Sie hat  sehr lange Haare und davon ganz schön viele. Das erklärt auch die vielen  Kinder....Summer of Love und freie Liebe und so....nur nach den Blumen  im Haar suche ich vergebens. Mama Julie ist jedenfalls total gut gelaunt  und viel vorsichtiger als Oma Nyma, als sie mit Emmi den Boden  aufwischt. Leute, das tut doch weh! Und weil ich so zart besaitet bin,  hält der Mann mir lieber die Augen zu. Ich seufze....heute wird wohl  niemand mehr mit mir rennen.


    
Irgendwann sitzt die Frau auf dem Rasen und führt mit meiner Mutter  Gespräche über Kindererziehung….das wird ja immer schöner! Hab ich  eigentlich schon erwähnt, dass ich wegen dem Schofför kein Bällchen mehr  spielen darf? Jaja…Emmis Schofför hat nämlich eine multiple  Persönlichkeit. Manchmal ist er Schofför, manchmal Frisör oder Ingeniör  und ziemlich oft auch Hundeträner. Und in dieser Eigenschaft hat er  meinen Leuten neulich erzählt, dass ich ganz sicher ein Ball-Junkie  bin….also süchtig und so…und die sind so ängstlich und leicht zu  beeindrucken, dass sie meine Bällchen gleich alle entsorgt haben. Und  jetzt setzt meine Mutter der Frau auch noch Flöhe ins Ohr…ich bin  erledigt!!
Aber dann wollen alle plötzlich nach Hause  weil es schon so spät ist. Emmi und ich fallen im Auto einfach um, weil  der Tag so aufregend war. Und ich wette meine Schwesta fühlt sich  morgen als ob der Schofför sie mit dem Bus gestreift hat. Ich werde den  Verdacht nicht los, dass sie heimlich auch so eine Nahkampfausbildung  hat….daran muss ich auf jeden Fall denken, bevor ich sie das nächste Mal  versuche umzurennen.

 
Schön war´s bei Dir, Tante Gabi, auch wenn  ich nicht so die Nahkämpferin bin….ich muss mich ja immer erst an alles  ein bisschen gewöhnen wie Du weißt. Ich hoffe wir sehen uns ganz bald  wieder – jetzt gehe ich erstmal - wieder gesundet - noch ein bisschen  auf Reisen. Und wenn ich nach dem Sommer wieder da bin, dann schreibe  ich Dir, warum ich jetzt vielleicht doch Kunstkritikerin werden muss.
 
 
Alles Liebe den Rhein hinunter
 
Daine Bmaus





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Bonnie erzählt vom Regenbogen
Liebe Tante Gabi,
 
 
ich hab gesehen, dass ich jetzt einen eigenen Block habe.....kreisch...kreisch....kraiiiiiisch!!!
 
 
Das ist fast so gut wie Rockstar, nur dass man da keinen eigenen  Schofför mit Tourbus bekommt.Bei uns gibt es nur einen ollen Kombi, aber  damit komm ich auch ganz schön viel rum. Ich hab ja schon  einiges erlebt und ich dachte eigentlich, ich würde jetzt als  Reiseschriftstellerin Karriere machen (Grillmeisterin bei Maredo ist  out!). Dann war ich neulich in einer alten Wassemühle im Frankenland zu  Besuch. Danach wollte ich lieber Müllerin werden - da muss man den  ganzen Tag Stöckchen aus dem Wasser holen, damit das Mühlrad nicht  kaputt geht. Ich fand die Aufgabenbeschreibung passend, zumal es dort  auch jagbares Wild in Gestalt eines dicklichen Bibers gab....
 
 
Aber angesichts der Ereignisse der letzten Wochen, fühle ich mich  nun doch zu Höherem berufen. Ich möchte jetzt Whistleblowerin werden! Es  ist nämlich so, dass ich über gewisse vertrauliche Informationen  verfüge, die das Weltbild von Euch Menschen ganz schön durcheinander  bringen könnten. Also habe ich darüber nachgedacht, ob ein BonnieLeaks  eine sinnvolle Einrichtung sein könnte.
 
 
Es geht um das Leben hinterm Regenbogen, Tante Gabi, was ein streng gehütetes Geheimnis ist.
 
 
Ich bin ja von Hause aus Animistin und als solche weiss ich nicht  nur, dass da ein Land hinter dem Regenbogen existiert. Ich weiss auch,  dass Ihr Menschen eine Horde gröhlender Hippie-Wiesen-Elfen nicht sehen  würdet, selbst wenn sie direkt in Euch hineinrennen.
 
 
Über die Frage, wie das eigentlich alles angefangen hat gibt es  jede Menge Gerüchte. Auch wenn man schon länger dabei ist so wie ich,  liegen die Ursprünge der Welten so ziemlich im Nebel. Was die Ganz-Alten  anbelangt, so sind die alle ein bisschen seltsam. Sie hocken meist an  irgendeinem magischen Ort, in einem Stein oder einem Baum - wahlweise  auch in einer Quelle - und langweilen sich. Irgendwann kam dann einer  von ihnen auf die Idee, es müsse mal ein bisschen Abwechslung geben.  Nach einer Reihe von Tier-Versuchen (ich meine damit das Erschaffen von  Tierarten und nicht etwa das Abschaffen...) haben sie irgendwann an  einem eher mittelmäßigen Tag Euch Menschen erfunden. Das war zuerst noch  ganz lustig, weil Ihr Euch alle ein bisschen dumm angestellt habt  (aufrechter Gang, Feuermachen und so)  - das brachte die Ganz-Alten zum  Lachen. Aber dann habt Ihr angefangen mit Keulen auf einander  einzuschlagen und Sachen kaputt zu machen. Und sie sahen dass es Mist  war! Also haben die Ganz-Alten beschlossen, dass das so nicht weiter  geht und dass Ihr Menschen dringend unter Aufsicht gestellt werden  müsst. Und so wurden die Pudel erschaffen.
 
 
Das Pudelparadis ist gleich hinter der Regenbogenbrücke links. Und:  nein - dort ist nicht alles rosa! Vergiss die Klischees! In erster  Linie frönen wir im Pudelparadis der Jagd, der Völlerei und dem  Vergnügen auf Teufel komm raus! So eine Pudelseele unterscheidet sich  nicht wesentlich von ihrer irdischen Form. Auf jeden Fall hat sie jede  Menge Locken auf dem und auch im Kopf, was bisweilen zu recht krausen  Gedanken führen kann. Das völlige Fehlen von Menschen garantiert  allerdings eine gewisse Hemmungslosigkeit bei Spiel und Spass, die  meistens im tiefsten Matschloch endet. Es gibt keine Leinen, keine  Begleithundeprüfung und keine Leckerlirationierung. Und erst recht  keinen Frisör! Rausda, Lassdass, Schlussjetzt und Nein sind Worte einer  dort unbekannten Sprache. Allerdings gibt es da diesen speziellen Job,  der uns immer wieder in die Welt der Menschen führt: wir müssen  aufpassen, dass Ihr keinen Blödsinn verzapft!
 
 
Und das geht so: die Pudel, die eine solche Aufgabe übernehmen  möchten, versammeln sich zur blauen Stunde und mit der gebotenen  Ernsthaftigkeit in kleinen Gruppen an der Regenbogenbrücke. Die ist  nämlich keine Einbahnstrasse, auch wenn das immer wieder so dargestellt  wird.  Dort wird ihnen noch von einigen Verantwortlichen eingeschärft,  sich nur ja an die Regeln zu halten. Die wichtigste Regel lautet:  niemals zu lange in der Menschenwelt bleiben! Auf keinen Fall, niemals  nicht, never ever!!! Diese Regel ist so alt, dass eigentlich keiner von  uns mehr so genau weiss wer sie eigentlich aufgestellt hat und welchem  Zweck sie dient. Aber es gibt Spekulationen. Die wildeste  Verschwörungstheorie ist, dass bei zu langem Aufenthalt bei Euch auch  uns die Menschwerdung droht....schauder......stell Dir das mal vor!  Deshalb sind einige von uns besonders vorsichtig und verpflichten sich  nur für Tage, Wochen, Monate, manchmal für ein bis zwei Jahre...um  erstmal zu schauen was bei Euch so abgeht und ob man da wirklich keinen  Schaden nimmt. Andere - meist die alten Hasen - sind da  wagemutiger....ich habe von Pudeln gehört, die sich fast 20 Jahre  getraut haben! Und aus den Terriertälern hört man noch ganz andere  Zahlen.....wenn Du mich fragst, Tante Gabi, dann ist das doch alles nur  Panikmache. Ich hab jedenfalls noch keinen Werpudel gesehen dem bei  Vollmond die Locken spriessen, Du vielleicht? Sicherheitshalber  versprechen wir aber trotzdem alle brav, uns zu gegebener Zeit wieder im  Pudelparadis einzufinden und es nicht zu übertreiben. Dann geht es im  Tiefflug über die Brücke, hinein in die Wurfkiste. Von dort schwärmen  wir aus um Eure Herzen zu erobern und Eure Leben unter unsere Kontrolle  zu bringen. Sicher ist sicher.
 
 
Damit dieser Plan auch wirklich funktioniert, wurde jeder Pudel mit  ganz bestimmten Modi ausgestattet, als da beispielsweise sind: süss,  megasüss, ultrasüss, quietschsüss, schweinesüss, schmollsüss,  verschlagensüss, knuddelsüss, unglaublichsüss und einfachnursüss. Das  reicht eigentlich als Qualifikation für die Menschenbetreuung schon  aus. Wenn sich unsere Zeit bei Euch dem Ende neigt, dann begeben wir uns  mehr oder weniger widerstrebend zur Regenbogenbrücke um ins  Pudelparadis zurück zu kehren - so will es das Gesetz. Wir kehren zurück  in die grenzenlose Freiheit, wie sie es in der Menschenwelt für uns  nicht gibt. Dort feiern wir das Leben, von morgens bis abends. Wir  jagen, wir spielen, wir wälzen uns in allem was man sich nur vorstellen  kann. Danach stopfen wir uns mit wahrlich paradisischen Köstlichkeiten  voll und dann schlafen wir mit dicken Bäuchen den Schlaf des gerechten  Pudels........
 
 
Du fragst Dich jetzt sicher, warum in aller Pudels Namen, wir immer  wieder unser Dasein in diesem Hort der Glückseeligkeit gegen ein Leben  bei Fuss und an der Leine eintauschen, nicht wahr? Ich sag´s Dir, Tante  Gabi: weil es ohne Euch Menschen einfach keinen Spass macht! Es ist  grottenlangweilig! Selbst die Jungspunde, die laut "Party, Party, Party"  rufen, wenn sie über die Regenbogenbrücke ins Paradies sprinten, müssen  früher oder später einsehen, dass man hier auf Dauer nicht tot überm  Zaun hängen will.
 
 
Wir lieben Euch!!! Wir lieben es, Euch die Socken zu klauen und aus  den aufgeribbelten Fäden kunstvolle Installationen zu bauen. Ihr seid  einfach unschlagbar komisch, wenn ihr laut rufend und mit den Armen  wedelnd versucht, uns daran zu hindern uns in einer köstlich duftenden  toten Maus zu wälzen. Und Ihr könnt Euch so schön freuen, wenn wir  plötzlich und unerwartet mal genau das tun was Ihr sagt. Wir geniessen  es, dass Ihr Wachs in unseren Pfoten seid und dass wir mit ein bisschen  Süssgetue auch noch das letzte Stückchen Cabanossi abstauben, während  ihr Euch gegenseitig glaubhaft versichert, dass der Hund auf keinen Fall  was vom Tisch bekommt. Ihr seid so toll!!! Und Ihr riecht so gut nach  echter Liebe, wenn wir nachts so tun als hätten wir schlecht geträumt  nur um in Euer herrlich bequemes Bett zu krabbeln.....ausserdem gebt ihr  uns voll peinliche Kosenamen wie Pupsmäuschen, Hasenschatz,  Schlabberschnecke, Uschi oder Nasenbärchen....wir würden das ja  freiwillig nie zugeben, aber nichts fühlt sich besser an als Euer  Hasenschatz sein zu dürfen.
 
 
Und so machen wir uns zwar vereinbarungsgemäß immer wieder auf den  Rückweg in unsere Heimat hinter den Regenbogen wenn die Zeit uns drängt,  aber wir gehen nicht nach Hause....nach Hause kommen wir, wenn wir  wieder in irgendeiner Wurfkiste landen vor der aus wir dann erneut  ausschwärmen, Eure Herzen (zurück) zu erobern......
 
 
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob diese Zeilen tatsächlich  als grobfahrlässiger Geheimnisverrat geahndet werden. Die Ganz-Alten  sind wahrscheinlich der Meinung, dass die Menschen sowieso denken, jaja,  die Bonniemaus....hat irgendwas falsches gegessen und halluziniert.  Aber süss ist sie ja irgendwie.....Aber ich habe allmählich das Gefühl,  Ihr Menschen seid um einiges besser als Euer Ruf und deshalb dachte ich,  ich streu mal ein paar Gerüchte und sehe was passiert. Und wenn ich  kurzfristig untertauchen muss, dann hab ich ja immer noch meine Schwesta  Emmi und ihren Bus....
 
 
1000 feuchte Küsse
 
 
Daine Bmaus
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Bonnie und ihre Rock-a Schwester Emmi
Liebe Tante Gabi,
gestern kam meine Rock-a-Schwesta Emmi angebraust - im Tourbus mit  Schofför, Frisör und Bademaischter (sowas haben die da in Karlsruhe!).  Ich war hin und weg! Nur der Frisör ist eigentlich Ingeniör und deshalb  hat sie auch diesen avantgardistischen Bauhaus-Schnitt. Ich habe ihr  wirklich dringend nahegelegt mal meine Haarstylistin auszuprobieren,  aber dazu muss sie ja nun erstmal wieder Haare haben, nicht wahr?!  Nachdem sie mein Körbchen genau untersucht und alles Essbare darin  vernichtet hatte (die Fahrt war ja lang), sind wir dann gleich mal um  meinen Block gezogen und ich habe ihr genau gezeigt, wo ich von der  dicken Luzie überfallen worden bin. Weil wir jetzt eine Gang sind, haben  wir fleissig überall um den Tatort herumgepinkelt - erst Emmi und ich  dann nochmal drauf, damit Luzie die Schreckliche auch ganz genau  Bescheid weiss: leg Dich mit mir an und Du bekommst es mit meiner ganzen  Familie zu tun!

Die Emmi ist ja sehr süß und ich möchte hier auch nochmal eindeutig  klarstellen, dass sie immer in mein Körbchen hüpfen und alles was sie  darin findet essen darf. Sie darf auch aus meinem Napf trinken - da  lasse ich ihr sogar den Vortritt weil sie doch viel kleiner ist als ich  und deshalb auch schneller vertrocknet. Auf der Bank sitzen darf sie  auch - sogar neben der Frau was nicht jeder darf.....aber sie ist auch  einfach ein ganz doller Hibbel und sie ändert ihre Laufrichtungen  eindeutig viel zu schnell. Wie beim letzten Mal war sie schon dreimal  durch alle Räume bevor ich überhaupt wusste, dass sie da ist -  deshalb  bin ich einfach die ganze Zeit hinter ihr hergerannt und habe sie  ausgeschimpft. Das fanden alle nicht so nett von mir, haben aber auch  was von Individualdistanz gefaselt (vielleicht entlastet mich das ein  wenig). Wir sind dann lieber schnell in mein Königreich zu den  Mauswiesen gefahren.
    
 Zuvor war ich ja mit meinen Leuten eine Woche an der Ostsee gewesen  - und der Mann hat mir wie versprochen auch Karate beigebracht. Weil  ich also beschlossen hatte, dass Emmi eindeutig meine KLEINE Schwesta  ist und ich meine neu erworbenen Kampfkünste dringend einmal  ausprobieren musste (um mich auf den Ultimate Fight mit Luzie  vorzubereiten) dachte ich, ich nehm die Emmi mal als Sparingspartnerin -  sie wollte ja schliesslich auch zum Täkwandoo um mir zu helfen. Ich  finde mittlerweile kleine Schwestern müssen alles machen was ich sage:  in meinem Haus, in meinem Garten, auf meiner Mauswiese, in meinem  Wald........tja.....nach einer Weile fand Emmi das aber nicht mehr und  als ich einmal voll in sie reingerannt bin, (sie hat sich plötzlich  schnell in den Weg gedreht und ich konnte nicht mehr bremsen, ich  schwör, Tante Gabi!!!) hat Emmi mir gesagt ich sollte mich bitteschön  verpissen, sie hätte jetzt nämlich keine Lust mehr auf mein Gezanke.  Äh......ja......und dann hat sie mich nicht mehr angeschaut, nicht mal  mehr mit dem Popo.  Hmmm....der Rest vom Spaziergang war dann echt doof,  weil ich doch eigentlich mit meiner Schwesta rennen wollte - sie aber  nicht mehr mit mir.....vielleicht hab ich da doch was falsch verstanden  wie das so funktioniert mit der Familie....ich hab ja nicht so viel  Übung.

Zu Hause hab ich dann mal lieber den Ball flach gehalten und  versucht, wieder mit Emmi ins Gespräch zu kommen. Ich hab mich völlig  unauffällig auf die Wiese in den Schatten gelegt und mich bemüht  unbeteiligt auszusehen....huhu.....Schwesta.....hier  drühüben......zirp.....flöt....irgendwann hat sie mich dann erhört - sie  ist eben nicht nachtragend meine Lieblingsschwesta - und dann haben wir  auf dem frisch eingesäten Rasen vom Mann sehr zivilisiert gespielt -  der hat ein etwas geqältes Gesicht gemacht, aber nicht geschimpft.


Dann  kam das Allertollste überhaupt - ein Traum wurde wahr: ich durfte mit in  ihrem gelben Tourbus fahren!!!!! Oh, ich kam mir vor wie eine echte  Rock-a-Schwesta....Emmi ist da ganz souverän und sehr cool - sie wirft  sich einfach lässig in die Polster und gibt dem Schofför  Anweisung....und der macht auch echt alles was sie sagt!!! Ich komme aus  dem Staunen nicht raus, so fühlt es sich also an wenn man ein Rockstar  ist! Und deshalb haben wir ihr auch das tolle Schloss gegenüber auf dem  Berg gezeigt - ein standesgemäßer Ausflug sozusagen. Nur in den  Matschebach wollte sie mit mir nicht springen (wahrscheinlich hatte sie  Angst ich tunke sie unter). Und mit den Moderstöckchen spielen wollte  sie auch nicht. Und als ich nach vier Stunden laufen (Mauswiese plus  Schloss macht einige Kilometer) immer noch rennen wollte, hat sie  gemeint wenn das so weitergeht müsste ihr Schofför sie gleich tragen....  ich kann nichts dafür, mein Leben ist eben die Geschwindigkeit und der  tiefe Flug über die Felder!
 
 
Wieder zurück sind wir dann beide tot umgefallen, ich in meinem  Körbchen, Emmi unterm Küchentisch. Ich stiller Eintracht haben wir  geruht, bis der Schofför mit Hilfe von Kuchen wieder soweit hergestellt  war, dass er meine Schwesta auch heil nach Hause kutschieren konnte. Ich  hab genau aufgepasst, dass sie auch ganz sicher das Haus verlässt (man  weiss ja nie wo sich diese kleinen Schwestern manchmal so verstecken und  dann hat man den Salat).
 
 
Heute sind alle müde ausser ich. Leider hat der Ingeniör meinen  Leuten einen Floh ins Ohr gesetzt von wegen meiner Erziehung und so.  Naja, dass ich nicht gleich beim ersten Mal Rufen komme und dass ich so  schlecht an der Leine laufe und auch nicht richtig bei Fuss gehe bzw.  immer nur drei Sekunden....blablabla.....sie unternehmen ja immer mal  wieder solche bemitleidenswerten Erziehungsversuche, aber mit ein  bisschen Süssgetue krieg ich diese Anwandlungen meist schnell wieder in  den Griff. Die Welt ist einfach zu groß, zu schön und zu dufte um mein  Dasein bei Fuss zu verschwenden. Und ich hab auch immer so schrecklich  viel zu tun wenn wir durch mein Königreich streifen: ich muss auf  Mauspatrouille gehen, Äste herumschleppen, die vielen Nachrichten hüben  wie drüben lesen, viele Tannenzapfen töten, an jeder zweiten Wiesenblume  ein Tröpfchen fallen lassen.....und wenn sie dann nach mir rufen und  mit den Armen wedeln, dann denk ich mir:  jahaaaaa.....gleiheiiich......moment noch......keine Hektik.....komme  schon......Sekunde.......Sekündchen noch.......immer langsam mit die  jungen Pudel.....weil ich doch auf dem Rückweg auch immer noch so viel  zu erledigen habe. Und Fuss.....was heisst denn schon Fuss.....ich hab  halt ein mitreissendes Temperament - besonders an der Leine. Ich zieh  die Menschen gerne den Berg rauf wenn sie schnaufen, helfe ihnen über  den Graben - wahlweise auch über die Strasse. Dass die Emmi die  Strebermaus das nicht so macht ist ja ihre Entscheidung - die hat den  Schofför auch ganz schön im Griff, nur anders halt......naja...das Ende  vom Lied war jedenfalls, dass ich heute morgen mit Drill-Instructor  Weber auf den Exerzierplatz durfte - zu deutsch: keine Freude! DANKE  vielmals Schofför!!! Es ist ja nicht so, dass ich die Kommandos nicht  kennen würde, nein, ich interpretiere sie halt ein bisschen ...sagen  wir...freier. Und neben dem Dreamteam Miss Emmi und ihrem Schofför kann  ich eigentlich auch nur negativ auffallen.  Ich muss mir daher sehr  genau überlegen, ob Ingeniör, Schofför, Frisör und Bademaischter ein  guter Umgang für meine Leute sind oder ob die dann auf noch mehr dumme  Gedanken kommen.
 
 
Ich hab da was läuten hören, dass wir bei Euch einfallen wollen  sobald Ingeborg, Ignatz und die anderen aus dem Haus sind....vielleicht  kannst Du dann mal ein gutes Wort für mich einlegen, Tante Gabi, bitteeeeee.......
 
 
Bis dahin knutsche ich Dich und sende Dir herzliche Frühlingsgrüße den Rhein hinunter
 
 
Deine Bonniemaus
Bonnie     &     Emmi

    

               

           




 
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Bonnie und Luzie...der Straßenschreck
Liebe Tante Gabi,
erstmal noch herzlichen Glückwunsch nachträglich zur Geburt von (Achtung!): Irmgard, Ingeborg, Ingrid, Ingolf, Ignaz, Ingmar und Ingobert!!! Ich bin ja jetzt ein bisschen grosse Schwester geworden und bin mal sehr gespannt, wo es diese Gloreichen Sieben wohl hin verschlagen wird.
Ich für meinen Teil bin ja hier im Rheinland gestrandet....wo ich jetzt brauchtumspflegender Karnevals....äh....pudel geworden bin. Meine Leute sind ja eher so Spaßbremsen - aber ich bin schon eine richtige Frohnatur. Letztes Jahr bin ich als Prinzessin gegangen - die Krone haben sie mir aber schnell wieder abgenommen, als ich sie auch im Bett noch aufbehalten wollte. Komisch.
In Bonn haben die ja nicht einfach nur ein Prinzenpaar und so. Nein, hier gibt es den Prinzen und seine Bonna! Ich hatte vorgeschlagen, dass es in diesem Jahr doch mal den Prinzen (vielleicht groß, schlank, männlich, kanadischer Akzent...hm????) und seine BonnIE geben könnte - leider war da niemand sehr begeistert. Und am Weiberfastnacht um 11 Uhr 11 das Rathaus stürmen durfte ich auch nicht. Die Frau hat gesagt, wir machen einen Kompromiss und stürmen den Park. Das war sehr lustig, da hatte sich nämlich jemand als Eichhörnchen verkleidet. Ich hab ihn auf den Baum gejagt und er wollte gar nicht mehr runterkommen. Dabei hab ich immer ganz laut alaaaaf, alaaaf gerufen.
Als wir wieder zu Hause waren, hat die Frau gesagt jetzt dürfte ich auch mein Kostüm anziehen. Zuerst musste ich sehr lange auf dem Tisch stehen - sie sagte der Winterpelz muss runter....bei der Gelegenheit hat sie mir so Puschelchen an den Beinen gemacht....und am Schwanz....und vorne hatte ich einen Kragen und eine Tolle auf dem Kopf. Dann hat sie mir ein pinkes Glitzerhalsband angezogen und verkündet: so, Du gehst dieses Jahr als Pudel!!! Vorne lang hinten kurz! Na toll, nennt mich Uschi! Ich wollte doch eigentlich als Zauberin gehen......als der Mann abends nach Hause kam (Weiberfastnach = Frauentag)  ist er fast rückwärts die Eingangstreppe runtergefallen "Da ist ja ein Pudel" hat er gesagt und dann "Das schneidest Du aber gleich wieder ab, so geh ich mit ihr nicht auf die Straße"....oh nein...und was ist mit Strassenkarneval? Rosenmontagszug? Kamelle und Strüßjer und so????? Da hab ich doch noch ein Zauberinnenhütchen auf bekommen und durfte als Hermine von Harry Potter gehen....ich hatte zwar keine Eule, aber so einen alten Geier zum Quietschen, den habe ich Hedwig getauft. Alles in allem war Karneval gar nicht schlecht - ich habe gehört das Emmi mit ihrem gelben Mäntelchen als Biene Maja gegangen ist und ich durfte den Zoch am Rosenmontag mit meinen Leuten im Fernsehen schauen. Am Aschermittwoch war dann alles vorbei und jetzt habe ich wieder den Mäuse-Clip: vorne kurz und hinten auch!
Ausserdem kommt Emmi mich bald wieder besuchen, ich habe nämlich hier ein Problem in meinem Block: es heisst Luzie und wohnt nebenan. Sie wiegt ungefähr eine Tonne und ist seeeehr, seeehr unentspannt. Letzte Woche wollte ich morgens mit dem Mann zum Kaki machen gehen. Kaum biegen wir einträchtig um die Ecke zu meinem Kaki-Platz, da stürzt sich auch schon dieses Monster-Vieh OHNE LEINE und VOLL AGGRO auf mich. Im Schlepptau so einen kleinen Mittläuferrüden der sich sonst nie traut - jetzt wollte er aber mal kräftig mitmischen. Diese ......Kampfwalze..... hat geschnappt und gesabbert und gebellt wie blöde und hat versucht mich zu beissen!!! Ich hab laut um Hilfe geschrien und wenigstens diesem erbärmlichen Rüden links und rechts eine geknallt. Der Mann hat versucht dazwischen zu gehen aber es hat nix genützt. Weg konnte ich nicht, da war ja die Strasse. Dann kam die Frau von Killer-Luzie und hat mit der Leine auf ihr rumgedroschen und sie eine "Terrorbratze" genannt. Naja, soll ich da jetzt auch noch Mitleid haben??? Der Mann war ganz schön sauer, weil sowas doch gar nicht geht und gehört hat die Kuh auch nicht für fünf Pfennig. Der Tag war für mich gelaufen - Hunger hatte ich erstmal keinen mehr. Als wir dann mittags nach Hause kamen, stand eine Tüte Leckerli vor der Tür (die ich sowieso nicht essen darf) mit einem Zettel dran: Luzie sagt Entschuldigung. HA!!! Ich hab genau gehört was die gesagt hat, nämlich: Wenn ich dich das nächste Mal alleine erwische dann reiss ich Dir den A... auf du kleine Sch.....!!!!! Gott ist das niveaulos! Deshalb habe ich jetzt Emmi informiert, meine Rocker-Schwesta, die in ihrem gelben Bus mit Frisör und Schofför herangebraust kommen wird um mit mir Luzie zu verdreschen!!!! Wir sind nämlich jetzt eine Pudel-Gang! Ich hab im Internetz heimlich ein Halsband mit Killer-Nieten und so einem Totenkopfdings dran bestellt, weil wenn Mädchen eine Bande gründen dann machen sie das auch richtig. Und mit Bmaus und Süssgetue und so ist jetzt mal Schluss hier - ich bin jetzt Bonnie from the Block!!! Und nächstes Jahr Karneval gehe ich als Rockerin!!!
Grüße aus dem schlimmen Viertel am Rhein!
Bonniemmmmmnagutimmernochmaus
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